Anwendungen sollten die mit dem System gelieferten Dienste nutzen
Aber auch ohne Virtualisierung kommt man zur Abarbeitung mehrerer Applikationen mit nur einem Rechner aus. Voraussetzung dafür ist ein Multitasking-fähiges Betriebssystem wie Unix oder Linux. Der Betriebssystem-Kern schirmt dabei die Anwendungen voneinander ab. Leider sind Anwendungen häufig so programmiert, dass sie spezielle Versionen von Systemdiensten brauchen und sich dann gegenseitig behindern. Deshalb sollten Anwendungen die mit dem System gelieferten Dienste und Bibliotheken benutzen, die dann auch nur einmal in den Arbeitsspeicher geladen werden müssen.
Desktop-Rechner und Laptops werden oft im Dauerbetrieb genutzt, damit sie kurzfristig zur Verfügung stehen. Eigentlich ist das unnötig, denn moderne Desktop-Betriebssysteme wie MacOS, Linux und Windows unterstützen die "Suspend"-Funktion. Sie versetzt den Computer in einen Schlafmodus, aus dem er bei Bedarf in wenigen Sekunden aufwacht. Eine typische Server-CPU benötigt unter Volllast bis zu 100 Watt an elektrischer Energie. Glücklicherweise haben auch die Prozessorhersteller die Notwendigkeit zum Stromsparen erkannt. Beliebt sind seit längerem Tests, die die Rechenleistung pro Watt vergleichen. Moderne CPUs werden nicht nur unter Last effizienter, sie unterstützen auch diverse Stromsparmodi: bei geringer Last kann die Frequenz und die Versorgungsspannung sinken, was den Stromverbrauch mehr als halbiert. Der Linux-Betriebssystem-Kern beispielsweise versetzt die CPU immer dann in einen Schlafmodus, wenn die Anwendungen und Komponenten keine Rechenkraft benötigen. Der Stromverbrauch geht so auf weniger als zehn Prozent zurück. Auf schwach ausgelasteten Systemen bestimmt sich der Stromverbrauch dann im Wesentlichen durch die Häufigkeit des Aufwachens.
Früher "erwachte" der Linux-Betriebssystem-Kern häufig (250-mal pro Sekunde), um regelmäßige Verwaltungsaufgaben zu erledigen. Heute ist das nicht mehr notwendig. Der Kernel weckt die CPU nur noch, wenn eine Anwendung abläuft oder ein externes Ereignis auftritt, etwa das Eintreffen eines Netzwerkpakets. Für den Stromverbrauch eines wenig belasteten Systems sind deshalb mittlerweile vor allem die Anwendungen verantwortlich.