Die Open-Source-Bewegung hat gravierende Auswirkungen auf die Käufer-Lieferanten-Beziehungen im Softwaremarkt. Die Anbieter werden in die Lage versetzt, bessere Software zu günstigeren Preisen zu verkaufen. Anbieter mit einem starken Open-Source-Anteil im Angebot werden nur noch geringe Gewinnmargen mit Software erzielen und deshalb ihren Geschäftsfokus auf begleitende Services verschieben. "OSS-Lösungen konkurrieren in allen Marktsegmenten direkt mit Closed-Source-Angeboten. Ihr Markteinfluss wird je nach Angebot stark variieren", so Snyder. "Obwohl Industriegiganten wie Microsoft und IBM durch den OSS-Trend sicher nicht zerstört werden, wird der Druck auf die traditionellen Margenstrukturen im Software-Business ständig höher.
Die Softwareindustrie muss auf diese Bedrohung mit günstigeren Preisen reagieren.” Während Business-Software-Segmente wie ERP und CRM laut Gartner aufgrund unreifer OSS-Alternativen vorerst wenig beeinflusst werden dürften, geraten andere Segmente wie Server, Betriebssysteme, Entwicklungstools und Datenbanken zunehmend unter Druck.
Die chinesische Softwareindustrie wird besser Viele der großen Softwareanbieter schaffen es derzeit nicht, in China Fuß zu fassen, weil dort nicht die im Westen üblichen hohen Preise für Business-Anwendungen gezahlt werden. Lieber vertraut man auf kleinere, billigere Lösungen lokaler Anbieter. Firmen wie die Kingdee International Software Group oder Ufida Software gewinnen kontinuierlich Marktanteile in chinesischen Unternehmen. Westliche Firmen, die in China Geschäfte machen wollen, installieren dort ebenfalls die lokal angebotene Software. Sie sehen, dass Anwendungen von SAP und Oracle zu groß und zu anspruchsvoll für chinesische Betriebe sind.
Gartner glaubt, dass Anbieter mit einem spezifischen, von den Preisen und der Funktionalität her auf asiatische Bedingungen angepassten Angebot – egal ob westlicher oder asiatischer Herkunft – künftig ein gutes Stück vom weltweiten Softwaremarkt einheimsen können.