Gebrauchtsoftware im Aufwärtstrend
Sein Unternehmen bezeichnet das eigene Produkt auch als "stille Software" im Sinne eines vergrabenen Schatzes, den es zu heben gilt. Damit das gelingt, rät er Firmen dazu, schon beim Erwerb von Programmen an den eventuellen Weiterverkauf zu denken. Das heißt: sich auf jeden Fall auch von vorinstallierter Software die Original-Programm-CDs geben lassen. Und: keine Verträge unterschreiben, die eine Weitergabe an Dritte verbieten. Solche Regeln sind zwar in der Regel unwirksam, noch besser ist es allerdings, sich gar nicht erst darauf einzulassen.
Im Prinzip kann jede Art von Software gebraucht gekauft und verkauft werden, im Angebot ist fast alles, was seit Erfindung des Computers auf den Markt gekommen ist. Um An- und Verkauf kümmern sich spezialisierte Händler, die bekanntesten unter ihnen in Deutschland sind Susensoft, Usedsoft oder Preo Software. Das Einsparpotenzial für den Erwerber bewegt sich zwischen zehn und 70 Prozent.
Wichtig zu wissen für die Kundschaft ist, dass gebraucht nicht gleichbedeutend ist mit alt. Denn auch Gebrauchtversionen neuester Software sind auf dem Markt, und das mit zum Teil erheblichen Preisabschlägen. Noch günstiger sind natürlich ältere Releases, wobei die vorletzte Version in der Regel eine gute Wahl ist: Für sie gibt es noch Support, und es findet sich meist auch noch jemand im Unternehmen, der sich damit auskennt.
Ein Teil der Rechnung für die in gebrauchter Form neu angeschafften Programme kann bei den meisten Händlern durch eigene, nicht mehr benötigte Software beglichen werden. Insgesamt sollten Mittelständler auch ihrem Systemhaus gegenüber offensiv mit dem Thema umgehen. Den Trend zum Gebrauchten wird niemand aufhalten, und Argumente der Hersteller dagegen sind schwach. So können sie zum Beispiel kaum davor warnen, heute jene ältere Programmversion einzusetzen, die sie selber noch vor zwei Jahren so gepriesen haben.
Ungenutzte "Schätze" vermarkten
Und: Lizenzdokumente und Passwörter berechtigen zum Bezug von Updates und Service-Packs, wenn diese ursprünglich zum Kaufvertrag gehört haben. Ein Auto mit drei Jahren Garantie verliert diesen Anspruch schließlich auch nicht, wenn es nach zwei Jahren verkauft wird.
An welchen Gebrauchthändler aber sollte sich ein Mittelständler wenden? Vertrauen weckt es hier natürlich, wenn der Anbieter eng mit dem Originalhersteller zusammenarbeitet; das vermindert die Gefahr, irgendwelche Scherereien zu bekommen. Wichtig ist ebenso, dass der Anbieter auch beim Vermarkten eigener, ungenutzter "Schätze" hilft. Denn die gibt es so ziemlich überall, man muss sie nur finden. Potenzielle Kunden sollten den Gebrauchthändler auch nach vorhandenen Kunden fragen und einen oder zwei von ihnen anrufen. Wie ist es bei ihnen gelaufen? Gab es irgendwelche Probleme? Kann der Anbieter keinen Kunden nennen, der zu sprechen wäre, so ist das zumindest kein gutes Zeichen.
Dieser Beitrag stammt im Original von der Computerwoche. Weitere Artikel zum Thema finden Sie hinter den folgenden Links:
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