Power over Ethernet
Wie sieht es nun mit der Stromversorgung in VoIP-Netzen aus? Hier bietet sich speziell Power over Ethernet (PoE) an - das Verfahren, mit dem netzwerkfähige Geräte über das achtadrige Ethernet-Kabel mit Strom versorgt werden können. PoE wird heute mit dem IEEE-Standard 802.3af gleichgesetzt. Das heißt, dass die Endgeräte nicht zusätzlich verkabelt werden müssen, was diese Form der Stromversorgung günstiger macht. Ist es nötig, bei einem Gerät den Strom abzustellen, lässt sich dies auch von einem zentralen Punkt per Fernschaltung erledigen ("Port Disable"). Dazu müssen die Access-Switches ausreichend Spannung führen können. Der Maximalwert am Endgerät beträgt 15,4 Watt pro Port, in der Regel benötigen Endgeräte zwischen zwei und drei Watt.
Planung und Migration
Wie lässt sich also das LAN für den VoIP-Einsatz optimieren? Bei der "Netzwerkinventur" stellt sich die Frage, was erneuert werden sollte und was beibehalten werden kann. In diese Planung sollten die Verantwortlichen neben den Mitarbeitern, die für Netzwerk und Telefonanlage verantwortlich sind, auch den Elektriker und den Klimatechniker einbeziehen. Ein Beispiel, das dies verdeutlicht: Je mehr Leistung ein Switch hat, desto mehr Abwärme erzeugt er auch im Verteilerraum. Wenn alle Ports gleichzeitig belegt sind, steigt bei einem PoE-Switch der Leistungsbedarf um das Sechsfache - auf etwa 600 Watt. Die Kühlung muss hier entsprechend berücksichtigt werden.
Grundsätzlich sollten die Verantwortlichen bei der Planung in mehreren Schritten vorgehen: Zuerst gilt es, den Ist-Zustand im Netzwerk zu überprüfen und Aspekte wie Bandbreite und Nutzeranzahl in Erfahrung zu bringen. Danach müssen die Netzwerkverantwortlichen eruieren, welche Geräte auszuwechseln sind. Das hängt davon ab, ob die Segmentierung über Konvergenz oder VLAN erfolgt. Abschließend ist zu prüfen, welche Telefonanlage und welche Telefone derzeit genutzt werden und wie die Informationen priorisiert werden sollen - am Switch oder am Endgerät.
Bei der Migration empfiehlt es sich, das komplette Netz in mehreren Schritten umzustellen. Die Umsetzung sollte in mehreren Linien vom Access-Switch zum Router erfolgen: Die Linie geht vom Server über Core-, Etagen- und Access-Switch bis zum Endgerät.
Dieser Beitrag stammt im Original von der Computerwoche. Weitere Artikel zum Thema VoIP finden Sie hinter den folgenden Links:
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