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RFID-Technologie wartet auf Startschuss
22.05.2009
Autor: Konrad Buck
Der Hype um Radio Frequency Identification ist mehr oder weniger abgeebbt. Dabei sind die Möglichkeiten des berührungslosen Datenaustauschs noch lange nicht ausgeschöpft. Es gibt genügend Beispiele für clevere Einsatzszenarien in Logistik, Handel und Sport. Wir haben die interessantesten für Sie zusammengetragen.

Anfang April 2009 war erneut Bewegung im Markt Radio Frequency Identification (RFID) zu spüren. Zu dieser Zeit beschloss die Audi AG eine Rahmenvereinbarung mit der I.D. Systems aus Hackensack im US-Bundesstaat New Jersey. Diese stellt funkbasierte Flottenmanagement-Systeme her. In ihrem Abkommen war die Installation mehrerer PowerFleet-Systems zum Management von Gabelstaplerflotten in Audi-Werken geplant. Mit der patentierten Technologie soll die Kontrolle, Nachverfolgung, Beobachtung und Analyse von Unternehmensgütern erledigt werden. Die Hersteller lassen vernehmen, die Einführung des Systems sei in zwei Audi-Werken "in naher Zukunft" vorgesehen, unter anderem in der Ingolstädter Zentrale des Autobauers.


 

Das neue Flottenmanagement-System soll wertvolle Kennzahlen in Bezug auf den Fahrzeugeinsatz und die Auslastung liefern. Darüber hinaus sollen die Instandhaltungskosten gesenkt werden. Dazu erhebt das System automatisch Nutzungsdaten und Fahrzeugdefekte und sendet diese an die Zentrale weiter. So können Wartungsintervalle auf Basis der tatsächlichen Fahrzeugnutzung festgelegt werden und müssen nicht mehr aufgrund willkürlich gewählter Zeitabstände durchgeführt werden. Ebenso verbessert ein Staplermanagement-System die Sicherheit und den Werksschutz entscheidend, da gewährleistet ist, dass Fahrzeuge nur von autorisierten, entsprechend geschultem Personal bewegt wird und Prüfpflichten durchgesetzt werden können.

RFID-Tags formen das Internet der Dinge


"Geschickt kombiniert, wird aus den verfügbaren Teilen ein großes Ganzes", ist sich Frithjof Walk sicher. Walk ist Vorstandsvorsitzender des AIM (Verband für Automatische Identifikation, Datenerfassung und Mobile Datenkommunikation) und Geschäftsführer des Spezialisten für berührungslose Identifikation (RFID), Steuerungselektronik und Verkehrssensorik Feig Elektronik GmbH. Die Vision des Transponder-Experten und vieler seiner Mitstreiter ist das so genannte "Internet der Dinge". Damit ist ein dem World Wide Web vergleichbares Gebilde gemeint, das aus vernetzten Produkten, Gegenständen und Komponenten besteht.

Frithjof Walk, Vorstandsvorsitzender des AIM: Geschickt kombiniert, wird aus den verfügbaren Teilen ein großes Ganzes.
Frithjof Walk, Vorstandsvorsitzender des AIM: Geschickt kombiniert, wird aus den verfügbaren Teilen ein großes Ganzes.

Deren Herkunft, Aufenthalts- und Bestimmungsorte sind mittels RFID-Tags, dazugehörigen Leseeinheiten und nachgeschalteter Auswertungssoftware bekannt und lassen sich ebenso steuern wie verwalten. Allerdings fehlt den bisher erfolgten Installationen von RFID-Technik die nötige Klammer, um den nächsten Schritt in Richtung höherer Integration zu gehen. Bei der Positionsbestimmung von Baufahrzeugen, bei der Wareneingangs- und Warenausgangskontrolle in Großlagern oder beim Containermanagement auf Hafen-Umschlagplätzen haben RFID-Tags ihre Tauglichkeit längst bewiesen. Auch in der Patientenversorgung und im Lebensmittelsektor haben Transponderlösungen gezeigt, welche Möglichkeiten zur Prozessoptimierung in ihnen stecken.

Nach Meinung von Walk sind nun Unternehmen gefragt, die das Optimierungspotenzial zu nutzen verstehen und womöglich dadurch sogar die Auswirkungen der negativen wirtschaftlichen Lage abfedern können. Am meisten Sinn macht der Einsatz von RFID natürlich bei Firmen, die große Gütermengen bewegen. Das gilt etwa für die Branchen Logistik, Fertigung und Handel. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, so Stefan Heng, Senior Economist bei der Deutschen Bank Research in Frankfurt, müssen die Produzenten, Transportdienstleister und Händler in der weltweit aufgefächerten Wertschöpfungskette alle relevanten Informationen in engem Kontakt austauschen.

Aber auch im Detail stecken interessante Möglichkeiten, Prozesse durch den Einsatz von RFID-Tags zu verbessern. So lassen sich mit dem RFID-Tracker des Berliner Lokalisierungsspezialisten ENAiKOON Arbeitszeiten oder Tätigkeitsnachweise fälschungssicher und lückenlos erfassen und dokumentieren. Somit wird die Mitarbeiterdisposition effektiver und der Arbeitsprozess lässt sich in Echtzeit steuern.


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