Die Voice-over-IP-Infrastruktur baut auf IP-Technologien und Dienste wie DHCP und DNS auf. Wie Netzwerk-Tricks dazu beitragen, dass die Kommunikation hochverfügbar ud redundant wird, lesen Sie in diesem Ratgeber.
von Richard Hyatt
Voice-over IP ist als kostengünstige Alternative zu herkömmlichen ISDN-Anschlüssen und als wichtige Säule moderner Unified-Communications-Systeme nicht mehr aus dem Geschäftsleben wegzudenken. Von der IP-Telefonie profitieren nicht nur große Unternehmen, die sich eine aufwändige Infrastuktur dafür leisten können. VoIP ist genauso für kleine Büros und Firmen ohne eigene IT-Abteilung geeignet, die ohne große Umstände in die IP-Telefonie einsteigen wollen.
Sprache und Daten zu kombinieren wird im Endeffekt der größte Gewinn von VoIP sein. Mit VoIP kann man sein Telefon zu einem sehr leistungsfähigen und intelligenten Bestandteil der Bürokommunikation machen, damit sind Funktionen möglich, die mit einem herkömmlichen, analogen Telefon niemals realisierbar wären.
Wie auch immer die Implementation aussieht, fest steht: wer sich ausschließlich auf VoIP für die Sprachkommunikation verlässt, muss dafür Sorge tragen, dass der Dienst eine mindestens ebenso hohe Verfügbarkeit hat, wie herkömmliche Telefonie. Dass die Infrastruktur, also Switche und Router, redundant ausgelegt sind, versteht sich in so einem Fall von selbst. Auch der Server mit der eigentlichen IP-Telefonanlage wird meist durch entsprechende Maßnahmen gesichert. An eine weitere Grundvoraussetzung für reibungsloses VoIP denken allerdings die wenigsten – den DHCP- und DNS-Dienst.
IP-Adresse = Telefonnummer
VoIP-Telefone sind wie jedes IP-basierte Gerät auf eine IP-Adresse angewiesen, um überhaupt mit dem Netzwerk kommunizieren zu können. In der Regel erledigen das einer oder mehrere DHCP-Server in den Netzwerksegmenten. DHCP erlaubt das zentrale Verteilen und Verwalten von IP-Adressen im Netzwerk sowie zu einem großen Teil auch die Konfiguration von Hosts durch das Verschicken von Optionslisten und Config-Dateien.
Gesucht - gefunden: Ein DHCP-Client erhält IP-Adresse und andere Konfigurationsparameter vom DHCP-Server.
Erweitertes DHCP: Ein VoIP-Phone benötigt noch zusätzliche Konfigurationsdaten, um telefonieren zu können.
VoIP-Telefone benötigen komplexere Konfigurationen als ein PC, der in der Regel mit IP-Adresse, Netzmaske und Gateway auskommt. So werden Daten wie der nächste SIP-Proxy und der zuständige TFTP-Server per DHCP verteilt, Informationen, ohne die viele VoIP-Geräte nicht funktionsfähig sind. Ohne DHCP müssten alle Infos „fest“ also, manuell vorgegeben werden, eine Aufgabe, die in größeren Netzwerken unmöglich und schon in kleineren Netzen bei jeder Änderung extrem aufwändig ist.