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TK-Provider setzen auf NGN-Technik
04.09.2008
Autor: Konrad Buck
TK-Provider setzen auf NGN-Technik
Die Netze verschmelzen: TK- und IP-Dienste werden heute immer häufiger gebündelt. Mit Next Generation Networks (NGN) wollen sich die Anbieter für die Zukunft rüsten. Was hinter NGN steckt, lesen Sie in diesem Artikel.

Eine flexible IP-Infrastruktur gilt heute als Erfolg versprechende Basis für die Mehrwertdienste der Zukunft. Deshalb rüsten Provider und Carrier mit Hochdruck ihre Systeme um und auf, damit diese den Anforderungen an eine moderne ITK-Struktur gewachsen sind. Klassische Kommunikationsanbieter können nur durch die Verschmelzung der Systeme im IP-Zeitalter überleben, lautet die Devise. Die Umstellung im Hauruck-Verfahren ist aber nicht unumstritten.


 

Unverdrossen loben die klassischen Netzbetreiber ihren Netzumbau "Die neue NGN-Architektur ...ist ein richtungsweisendes Modell für die Überführung und Integration traditioneller Geschäftsmodelle der Telekommunikation in die spannende Vielfalt IP-basierter Lösungen, zu denen auch das Internet gehört", dozierte etwa Wolfgang Schmitz, Leiter Zentrum Technik Einführung der Deutschen Telekom AG, anlässlich des Starts einer NGN-Entwicklungspartnerschaft mit IBM. Allerdings klammerte Schmitz dabei aus, dass Wiederverkäufer, Netzpartner und -kunden auf den Netzen mehr oder weniger tun und lassen, was sie wollen. Deshalb würden klassische Geschäftsmodelle mit Partnern und Kunden nicht mehr unbedingt greifen. Gleichzeitig beginnt ein komplett neuer Wettbewerb in der Branche. Playern, die im Web-basierten Netzgeschäft - Stichworte Mashups, IMS-basierende SOA oder Web-Services – zu Hause sind, eröffnet sich die Chance, im gesättigten TK-Markt neue Segmente zu erschließen. Für die klassischen Carrier ist das dagegen keine leichte Aufgabe, denn dazu gehört neben Know-how im TK-Markt auch profunde Kenntnis der Gepflogenheiten im IP-Business sowie ein Gespür für neue Märkte, emanzipierte Kunden und vernetzte Geschäftsmodelle.

Philipp Bohn, Analyst bei der Berliner Berlecon GmbH, erklärt das Dilemma: "NGN ist größtenteils keine neue Technologie, sondern beschreibt die Integration und Konsolidierung vorhandener ITK-Kanäle." Auf dieser Grundlage gibt es auch für Carrier die Möglichkeit, neue Leistungsmerkmale zu entwickeln und darauf Geschäftsmodelle aufzusetzen. Allerdings habe es bei den Carriern aus dem alten Lager einige Zeit gedauert, bis sie bereit und willens waren, eingetretene Pfade zu verlassen und sich auf unternehmerischem Neuland neuen Herausforderern zu stellen. Exemplarisch für Web-beheimatete Unternehmen sind etwa die TK-Engagements von Google und Apple, die angestammte Segmente (Mobilfunk) direkt angreifen und gleichzeitig neue Anwendungsbereiche wie mobiles Web, die Unterhaltungsbranche oder Social Web erschließen.



Parallel dazu haben alle Telco-Unternehmen, ganz gleich ob klassische Carrier, alternative Netzbetreiber oder Internet-Service-Provider, noch ein Problem: Sie müssen auf Marktsättigung, Preisverfall und den Druck der innovativen Anbieter aus der Internet-Welt reagieren. Die Strategie der meisten Carrier besteht darin, eine möglichst komplett auf dem Internet Protocol (IP) basierende Infrastruktur einzuziehen. So wollen sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: erstens die eigenen Netze preiswerter betreiben, um wettbewerbsfähiger zu sein; zweitens erhalten sie ein IP-Netz, auf dem sich schnell und flexibel individuelle Geschäftsprozesse von Kunden realisieren lassen. Hinzu kommt die schwierige Aufgabe, sich gegenüber Wettbewerbern und insbesondere Wiederverkäufern optimal aufzustellen. Wie restrukturiere und verkaufe ich ein Netz, auf dem ich selber größtmögliche Mehrwerte erwirtschaften möchte, auf dem den Wettbewerbern aber entscheidende Vorteile fehlen?


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