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Im Trend: WAN-Outsourcing
04.03.2008
Autor: Judith Klein
Im Trend: WAN-Outsourcing
Ein virtueller Netzwerkbetreiber unterhält und managet das Wide Area Network (WAN) des Dräger-Konzerns mit vielen Filialen. Das spart Geld, und die Infrastruktur ist leicht erweiterbar.

Dräger, ein globaler Konzern für Medizin- und Sicherheitstechnik, stand 2004 vor einer großen Herausforderung. Ein schnell wachsendes Unternehmen mit 160 Standorten, über 10.000 Mitarbeitern und mindestens 50 Niederlassungen mit eigenen, regionalen Subnetzen stellte die IT-Abteilungen vor immer neue Probleme. Im Zuge der Reorganisation seiner IT begab man sich auf die Suche nach einer Lösung zur Realisierung einer modernen Netzwerktopologie. Der bisherige Ansatz – ein internationales Frame-Relay- sowie ein nationales ATM-Netzwerk – passte nicht mehr zur globalen Wachstumsstrategie des Konzerns.


 

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Ein zentrales Management war mit der vorhandenen Struktur unmöglich, was die Administration verteuerte. Für die neue, globale Lösung, in der alle 160 Niederlassungen in einem Wide Area Network (WAN) zusammengefasst werden sollten, hatte sich das Unternehmen verschiedene Ziele gesetzt: Voice over-IP-fähig sollte das neue, globale Netzwerk sein, mehr Leistung und Bandbreite bieten und dafür auf MPLS-(Multi Protocol Label Switching)-Technologie basieren. Weiterhin stand im Pflichtenheft für den gesuchten Dienstleister ein zentraler Single Point of Contact bei gleichzeitigem lokalen Support über alle Zeitzonen hinweg in der jeweiligen Landessprache. Wichtigster Faktor war aber die Zentralisierung, um unter anderem ein gebündeltes Security-Management zu realisieren. Und nicht zuletzt sollten mit dem neuen WAN-Netz die Kosten gesenkt werden.

Virtuelles Netz als maßgeschneiderte Lösung

Mit der Übergabe des WAN an einen virtuellen Netzbetreiber konnte Dräger nicht nur seine Kosten senken, sondern auch mehr Leistung bereitstellen.
Mit der Übergabe des WAN an einen virtuellen Netzbetreiber konnte Dräger nicht nur seine Kosten senken, sondern auch mehr Leistung bereitstellen.

Im Frühling 2004 entstand der Kontakt zwischen Dräger und einem Virtual Network Operator (VNO). Schnell wurde klar, dass das netzwerkzentrische Design und die Eigenschaften eines virtuellen Netzwerks die Bedürfnisse von Dräger erfüllen. Anders als lokale Netzbetreiber greift ein VNO für das Weitverkehrsnetz auf die jeweils am besten geeigneten Infrastrukturen und Technologien verschiedener lokaler Netzbetreiber zurück und verbindet deren Infrastrukturen zu einer einheitlichen Ende-zu-Ende-Lösung. "Das Geschäftsmodell des virtuellen Netzbetreibers hat mich von Anfang an überzeugt", lässt Volker Scholz, IT-Manager bei Dräger, den Entscheidungsprozess Revue passieren.


Auf Basis dieses Prinzips entwickelte der Dienstleister für Dräger das Design eines maßgeschneiderten MPLS-Backbone für dessen 160 Datenzentren, Produktionsstandorte und Landeszentralen für Vertrieb und Service. Dazu kam ein Virtual Private Network (VPN) für die sichere Datenübertragung zwischen allen Niederlassungen. Damit sollten moderne Technologien unter Ausnutzung günstiger Leitungen zum Einsatz kommen, also statt teurer Frame-Relay-Leitungen etwa kostengünstige DSL-Verbindungen. Hinsichtlich der Service Level Agreements (SLAs) einigte man sich auf ein Vier-Klassen-System mit den Stufen Bronze, Silber, Gold und Platin, je nach Bedeutung des Standorts für die Geschäftsabläufe von Dräger. Sollte es zu Störungen irgendwo im globalen Netzbetrieb kommen, dann hat das Unternehmen eine sichere Anlaufstelle: An 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag stehen die Helpdesks in den weltweit verstreuten Network-Management-Centern des virtuellen Netzbetreibers zur Verfügung.


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