Mit einem Anteil von zirka 80 Prozent aller Datenrettungsfälle zählen Festplatten zu den häufigsten Patienten in den Labors. Die Defekte gliedern sich in elektronische und mechanische Schäden auf.
Crash: Der bei Festplatten gefürchtete Headcrash ist einer der am häufigsten auftretenden Defekte. Bei schweren Oberflächenbeschädigungen können dabei Daten unrettbar verloren gehen.
Die Speicherkapazität von modernen Festplatten ist in den letzten Jahren um das 500-fache gestiegen. Der Grund liegt vor allem bei der hohen Datendichte und der geringeren Platter-Anzahl. Aktuelle Festplatten mit 250 GByte großen Magnetscheiben bergen meist nur ein bis zwei Platter. Damit reduziert sich zwar die Anzahl der Magnetkopfarme und somit der beweglichen Teile, die immer größere Datendichte macht jedoch moderne Datenträger anfällig für Fehlfunktionen. Die heutige Speicher-Hardware erfordert eine wesentlich höhere mechanische Genauigkeit, um auf gleichem Raum ein Vielfaches an Daten unterzubringen. Somit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass trotz aufwändiger Qualitätsmaßnahmen ein Hardwarefehler auftritt. Aufgrund der hohen Informationsdichte auf engsten Raum sind die Auswirkungen eines Datenverlusts heute oft gravierender als früher.
Eine defekte Laufwerkselektronik kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten entstehen Schäden durch zu hohe Versorgungsspannungen. Diese können durch Blitzeinschläge oder defekte Netzteile entstehen. Minderwertige Netzteile, die Spannungsspitzen ungefiltert an die Laufwerke weitergeben, können ebenso Schäden an den Komponenten der Controllerplatine hervorrufen. Hinzu kommen noch Defekte durch elektrostatische Entladungen, die aber meist durch unsachgemäße Handhabung der Festplatte entstehen.